Reise einer Krankheit

Natürlicherweise sucht die Lebenskraft, wenn sie gestört ist, nach Wegen, wie sie wieder ins Gleichgewicht kommen kann. Der Körper hat dafür verschiedene Mechanismen und Möglichkeiten. Bildlich gesagt, haben wir diverse Ventile, durch die „Druck" abgelassen werden kann. Zum Beispiel über die Haut mit Schweiß oder Ausschlägen oder durch den Darm mit Durchfall usw. Auch psychisch; wenn man bei einem traurigen Ereignis weinen kann, so löst sich der Druck auf der Brust oder im Hals und man fühlt sich meist leichter als wenn man alles „schluckt". Je nach dem, was das Problem ist, kann durch so ein Ventil das Gleichgewicht sehr schnell wieder erlangt werden. Manchmal braucht es aber mehr dazu und wir nehmen diese Ventilfunktion als störendes Symptom wahr. Wird nun nur dieses spezifischen Symptome „behandelt", sozusagen das Ventil blockiert, der Druck (das Ursprungsproblem) aber bleibt bestehen, so muss der Körper ein anderes Ventil suchen.

Es bestätigt sich immer wieder die Erfahrung, dass Krankheiten, die nicht die Möglichkeit hatten von innen her auszuheilen, in späteren Stadien sich gesetzmäßig aus der Peripherie zurückziehen und ins Innere des Körpers wandern. Treten neue, tiefer liegende und somit gefährlichere Krankheitssymptome auf, so können wir nicht von Heilung sprechen. Es hat bloß eine Verschiebung stattgefunden. Die Krankheit hat eine Reise gemacht, wandert von einem Organ in ein anderes.

So sehen wir zB. sehr häufig bei Kindern deren Hautausschläge mit Zinksalbe oder Cortison unterdrückt wurden, dass es ihnen auf die Luftwege schlägt. Wird nun der oberflächliche Husten wieder unterdrückt, entwickelt sich häufig Asthma. Durch jede Unterdrückung wird die Lebenskraft geschwächt. Das interessante bei der homöopathischen Behandlung ist, dass durch die Unterstützung der Lebenskraft die früheren Ventile wieder aktiviert werden. Das bedeutet in diesem Fall, dass Symptome an der Haut wieder auftreten, dafür die Atmung wieder besser wird und die Haut erst später abheilt.